Das neue Modellprojekt der Aktion Gemeinwesen und Beratung e. V.
Das neue Modellprojekt der Aktion Gemeinwesen und Beratung e. V.

Ziel des Projekts ist es, jugendliche Mädchen aus bildungsbenachteiligten Familien dabei zu unterstützen, jenseits monokultureller Identitätsangebote ihre individuellen Ressourcen zu erkennen und zu artikulieren. Sie lernen diese reflektiert zu nutzen und eine möglichst selbstbestimmte kulturelle und berufliche Identität zu entwickeln.

 

Eine projektorientierte Mädchenarbeit, die das transkulturelle Lernen in den Mittelpunkt stellt, schafft eine Basis auf der es schwieriger wird, zwischen einem ganz „Eigenen“ und ganz „Fremden“ zu trennen, denn etwas von diesem „Fremden“ findet sich auch immer in dem eigenen kulturellen Gepäck. Damit dies gelingt, sind Freiräume notwendig, um eigene Identitäten unbehelligt entwickeln und selbstbewusst auftreten zu können, auch und gerade wenn diese Identität sich abseits von klischeehaften Rollenbildern bewegt. Diese Räume sind jedoch begrenzt, vor allem wenn es um Mädchen unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Werten und Wünschen geht. Wir möchten mit unserem Projekt dazu beitragen, solche Freiräume zu schaffen.

 

Die Beschäftigung mit historischen und gegenwärtigen weiblichen Vorbildern, welche selbst mit vielen gesellschaftlichen, beruflichen und familiären Hindernissen zu kämpfen hatten bzw. noch haben hilft den Mädchen reaktionäre Geschlechterrollen zu hinterfragen und eigene Interessen zu artikulieren. Sie verstehen, wo unsere Vorstellungen über Geschlechterrollen eigentlich herkommen und wie Frauen schon immer und überall versucht haben, im Widerspruch zu der jeweils herrschenden Geschlechterordnung ihren eigenen Weg zu finden.

 

Insbesondere gilt das für Mädchen, die in einer entscheidenden Phase ihrer Schullaufbahn stehen. Sie müssen sich mit der Frage nach einer Ausbildung nach der 10. Klasse oder nach einer schulischen Weiterbildung beschäftigen. In diesem Zusammenhang wollen wir die Mädchen motivieren, ihre beruflichen Optionen zu erweitern. Sie werden bspw. dazu angeregt, über berufliche Felder nachzudenken, die noch immer männlich dominiert sind. Oder aber – je nach individueller Eignung und Neigung – dazu motiviert, einen höheren Bildungsgrad zu erreichen, um eine größere Bandbreite an Möglichkeiten zu haben. Dabei geht es nicht darum, die Mädchen um jeden Preis durch das Abitur zu „treiben“, aber sie alle in die Lage zu versetzen, eigenständige Zukunftsperspektiven und das nötige Durchsetzungsvermögen zu entwickeln. Sie lernen, die Widersprüche zwischen eigenen individuellen Bedürfnissen und den Erwartungen des sozialen Umfeldes kritisch zu reflektieren und selbstbewusst zu begegnen.

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